Der moderne Garten

Moderne Gärten zeichnen sich durch kühne und klare Formgebung

aus. Pflanzen und Materialien werden eindrucksvoll in Szene gesetzt,

wobei oft ein aufregender Kontrast von Farbe und Form entsteht.

 

Kraftvolle Geometrie

„Weniger ist mehr“ – so lautet das Motto moderner Gartengestaltung.

 Ihr Reiz liegt in einer klaren und schlichten Linienführung, die auf den

ersten Blick zu erkennen ist. Der Grundriss orientiert sich oftmals an

geometrischen Formen wie Rechteck, Ellipse, Dreieck oder Quadrat, die

im Idealfall vom Wohnhaus abgeleitet werden. Als Basis für den Grundriss

können zum Beispiel die Linien, die Fenster- und Türöffnungen vorgeben,

in den Garten verlängert werden.

So entsteht eine enge Verbindung zwischen Innen- und Außenraum.

Diese Verknüpfung wird zusätzlich durch große Glasflächen in der Fassade

verstärkt, die den Garten als Erweiterung des Wohnzimmers erscheinen lassen.

Beide Bereiche wirken dadurch optisch größer. Auch die Farben der Mauern

in Haus und Garten können sich farblich aneinander anlehnen, und das

Bodenmaterial des Innenraums kann sich auf die Terrasse hinausziehen.

Besonders beeindruckend ist es auch, wenn man ein Wasserbecken unter

einer Glaswand auf der Terrasse fortsetzt.

 

Ausdrucksstarke Pflanzensolisten

Um die Einheit von Haus und Garten zu verstärken, kommt der Einfriedung

im modernen Garten eine besondere Bedeutung zu. Hecken oder Mauern

definieren einen klaren Raumabschluss und verstärken das Gefühl der

 Abgeschiedenheit. Sie bilden auch eine zurückhaltende Kulisse für edle,

aber schlichte Skulpturen, Wandbrunnen und formschöne Gewächse.

Die Bepflanzung beschränkt sich in einem modernen Garten auf wenige,

ausdrucksstarke Arten, die gekonnt miteinander kombiniert werden: zum

Beispiel die runden Köpfe der Kugeldistel mit den ausgefransten Blüten der

Indianernessel (Monarda), oder die herzförmigen Blätter der Funkie mit den

gelbgestreiften Strahlenblättern des Japan-Grases (Hakonechloa).

Als Solisten wirken Pflanzen mit auffälliger Wuchsform wie Japanischer

Ahorn, Yucca oder Chinaschilf. Kasten- oder kugelförmig geschnittene

Gehölze erzielen ebenfalls eine außergewöhnliche Wirkung. Als Formgehölze

eignen sich vor allem Immergrüne wie Buchsbaum, Kirschlorbeer, Liguster

oder Eibe. Der Kugel-Liguster (Ligustrum delavayanum) hat winzige Blättchen,

denen man besonders gut mit der Schere zu Leibe rücken kann.

Der moderne Garten verheimlicht keinen Augenblick die ordnende Hand des

Besitzers, auch die Pflanzen müssen sich deshalb seinem Willen beugen.

 

Der Boden

Es muss nicht immer Rasen sein!

In kleineren Gärten wird auf Rasen meist verzichtet, stattdessen legt man

Kiesflächen an oder verwendet neuartige Materialien, wie zum Beispiel

recycelte Kunststoffschnipsel oder geschliffene Glassplitter, die im

Sonnenlicht glänzen. Eine naturgemäße Rasenalternative sind auch

„Aromateppiche“, die ein gelegentliches Betreten vertragen:

Zitronen-Thymian, der nach Zitrone duftet, oder die römische Kamillensorte

Chamaemelum nobile „Treneague“, die blütenlos bleibt.

Wege, Rasen und Pflanzenbeete erhalten eine akkurate Einfassung aus

Pflasterreihen oder Stahlbändern, die man in ein Bett aus Magerbeton

setzt, damit keine ausgefransten Ränder entstehen. Vor allem in kleinen

Gärten sollten Sie unbedingt beim selben Wegematerial bleiben und nur

die Steinmaße variieren, um unterschiedliche Aufenthaltszonen zu definieren.

Egal für welchen Belag Sie sich entscheiden, für Gartenwege reicht als

Unterbau eine Tragschicht von 15-20 Zentimeter, zum Beispiel aus Kiessand

oder Schotter. Mehr zum Einbau von Belägen erfahren Sie bei uns.

 

Topfpflanzen stehen Spalier

Bei Pflanzgefäßen sollte man darauf achten, dass man sich auf einen Typ

beschränkt. Ein Sammelsurium von unterschiedlichen Gefäßen kann die

gesamte Ausstrahlung eines modernen Gartens zerstören. Einen Hauch

Extravaganz erhält man mit Kübeln aus Aluminium, Edelstahl oder Zink.

Seien Sie mutig: Mit einer ganzen Reihe von Töpfen vor einer Mauer oder

einer Hecke erzielen Sie eine eindrucksvolle Wirkung. Trotzdem sollte man

sich für eine eher schlichte Bepflanzung entscheiden. Die Erde der

Pflanzgefäße überdeckt man mit Kies oder Rindenmulch, die unerwünschten

Krautwuchs unterdrücken und die Feuchtigkeit im Boden halten.

Bei modernen Gärten ist vor allem Fantasie und Mut zu unkonventionellen

Lösungen gefragt.